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Rechte sind für alle wichtig – auch für Frauen und Mädchen
Seit 1911 gilt der 8. März in vielen europäischen Ländern als feministischer Kampftag. An diesem Tag gehen Menschen auf die Straße, um für Gleichberechtigung, Respekt und Wertschätzung zu demonstrieren. Denn auch wenn die Gleichberechtigung von Frauen und Männern seit 1949 im Grundgesetz verankert ist, zeigt unsere Realität: Wirkliche Gleichberechtigung ist noch nicht erreicht.
Auch ich, Jannika, war am Sonntag auf der Demonstration. Dort wurde mir noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie aktuell und wichtig dieser Kampf weiterhin ist. Gewalt gegen Frauen und Mädchen nimmt zu, rechtsextreme Kräfte versuchen, Frauen wieder in traditionelle Rollenbilder zurückzudrängen, und frauenfeindliche Stimmen gewinnen weltweit an Einfluss.
Doch wenn wir über Rechte sprechen, dann sprechen wir über die Rechte aller Menschen. Mädchen*, Jungen*, non-binäre, queere und trans- Kinder und Jugendliche verdienen dieselben Chancen, denselben Respekt und dieselbe Wertschätzung. Gleichberechtigung bedeutet, dass niemand aufgrund seiner Geschlechtsidentität benachteiligt oder herabgesetzt wird.
Gleichzeitig sehen wir in unserer Arbeit immer wieder, dass Mädchen und weiblich gelesene Menschen noch immer häufiger mit Ungleichbehandlung konfrontiert sind. Genau deshalb ist es wichtig, sie besonders zu stärken – nicht um andere auszuschließen, sondern um echte Gleichberechtigung zu erreichen.
Wir vom SpielTiger unterstützen Kinder und Jugendliche durch Spiele und Freizeitaktivitäten in ihrer sozialen Entwicklung. Dabei vermitteln wir demokratische Werte, fördern gegenseitigen Respekt und sprechen auch offen über diskriminierendes Verhalten. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen erleben wir, wie sehr Kinder von Rollenbildern und Ungleichheiten beeinflusst werden.
In einigen unserer Einsatzorte begegnen wir Strukturen, in denen Jungen oder Männer automatisch einen höheren Status zugeschrieben bekommen. Viele Mädchen wachsen mit der unterschwelligen Botschaft auf, weniger wert zu sein oder weniger Möglichkeiten zu haben. Diese Vorstellung darf nicht zur Normalität werden.
Deshalb setzen wir uns dafür ein, Kinder zu stärken – alle Kinder. Gleichzeitig wollen wir besonders Mädchen ermutigen, ihre Stimmen zu erheben, ihre Fähigkeiten zu entdecken und ihren Platz in der Welt selbstbewusst einzunehmen.
Kinder tragen oft eine Vision von einer besseren Welt in sich – eine Welt, in der Fairness, Freundschaft und gegenseitiger Respekt selbstverständlich sind. Unsere Aufgabe ist es, diese Vision ernst zu nehmen und ihr Raum zu geben.
Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, zusammenzuhalten. Nicht gegeneinander, sondern miteinander. Wenn wir die Rechte aller Menschen stärken und besonders dort unterstützen, wo Ungleichheit besteht, können wir gemeinsam an einer Welt arbeiten, in der Gleichberechtigung nicht nur ein Versprechen bleibt, sondern Realität wird.
